Sonntag, 20. Mai 2012

Gottesmutter Ikone

Die letzten 6 Tage war ich in der Abtei Münsterschwarzach 
und habe dort einen Kurs im Ikonen schreiben bei 

Für dieses Jahr hatte ich mir eine Zeit in der Stille gewünscht
und der Kurs bei ihr war mir schon seit ein paar Jahren ein Anliegen.

Es sollte möglichst wenig geredet werden und unsere Pausen,
die wir sehr nötig hatten, haben wir in der anliegenden Kirche
mit den sehr beruhigend singenden Benediktiner Mönchen verbracht.

Es wurde dann eine äußerst intensive Zeit.



























Die Tage waren angefüllt von morgens bis (später) abends mit dem Arbeiten 
an unseren Ikonen. Oder besser gesagt schreiben.

Die Ikone entsteht möglichst flüssig und es hat mehr den Charakter
etwas zu schreiben. Es wird nicht rumgepinselt, gemalt - sondern
alle Striche werden (wenn es optimal läuft) klar und flüssig umgesetzt. 
Alles soll auch im Bild im Fluß sein.
Das ganze ist ein heiliger Prozeß - mit auch klaren Regeln. 

....Ich kam in die "erste" Klasse. 
Das Motiv (Gottesmutter, 1. Klasse) ist vorgegeben. 
Jede Klasse hatte ein anderes, festes Motiv (das ist nach Schwierigkeit - auch Zeitaufwand - und Symbolgehalt, 
Hintergrundwissen aufeinander abgestimmt). 
Und die Aufgabe für diese Tage. Die anderen Motive hätte ich schon vom Zeitaufwand ....so als Anfänger - kaum bewältigen können...

Natürlich haben wir bei Besprechungen, 
wenn es Sinn machte, auch bei den anderen zugehört. 
Von Klasse zu Klasse lernt jeder mehr Feinheiten, auch durchs Zugucken. 

Theresia zeigt uns wie es geht.
Wir üben vieles vorab auf Papier

Es wurde schon so viel Fachwissen benötigt, das wir dann auch schnell
randvoll mit Infos waren. Und konnte doch zudem noch einiges schiefgehen.
Von Wasserpfützen auf dem Bild, sich ablösenden hauchdünnen Farbschichten bis hin zu Farbtönen die entweder zu hell oder zu dunkel waren und sich mit flottem Pinselstrich plötzlich auf der Ikone verewigt hatten. Der Schreck war dann erst mal groß und auch der Hilferuf.

Rettung nahte schnell und unkompliziert in Form von Maria Theresia.
Sie hatte Rat und helfende Hände die uns wieder aus der mißlichen Lage befreiten. Denn selber konnte man oft nicht aus der Grube steigen.

Innerhalb der Tage baute sich ein intensive Atmosphäre auf.

... Das alles ist nicht so schnell in Worte zu fassen ist. Bzw. der Kurs dafür da ist. Es wird vermittelt, übergeben, sehr lebendig - von Mensch zu Mensch, in der Gemeinschaft... Alles entwickelt sich tatsächlich auch miteinander. Wir brauchen uns.




Schritt für Schritt, Schicht für Schicht entsteht im diesem Fall nach Vorlage eine Gottesmutter aus dem Kloster von Solovky.

Die Anweisungen, Arbeitsschritte - die oft einen tieferen Hintergund haben,
werden uns mit viel Elan, Freude und Energie gelehrt.
Vieles ist auch in der Bibel wieder zu finden - hier durchlebten wir einiges davon
ebenfalls. Auf und mit dem dem "beschriebenen" Holzstück, was wir in unseren Händen hielten.

All diese Details sind sehr interessant und durch das nicht nur drüber reden
sondern zeitnahe Umsetzten ging es in Fleisch und Blut über.
Wurde spürbar... auch wenn wir manches genauso schnell wieder vergaßen.

Gott schreibt sozusagen durch uns, mit uns.

Die Ikone kommt mir zudem wie ein dirketer Draht nach "oben" vor.
Einserseits zu dem was Maria verkörpert und dann zu all dem
was sonst noch heilig, heilsam oder schlichtweg nötig ist. 


Jetzt bin ich mit Maria mehr in Verbindung. Was ich vorher nicht 
so über mich sagen konnte. Etwas von der Menschwerdung habe 
ich beim Arbeiten ebenso gespürt, genauso wie Wandel, Leben und Sterben. 

Ihr verklärter Blick drückt aus, 
das sie durch den Tod gegangen ist. Und doch ist sie ein Bild 
des Lebens das endet und wieder neu beginnt.

Zugleich sehe ich das was entsteht auch als ein Spiegelbild von mir.
Und von den anderen. Obwohl die Vorgaben für alle gleich waren,
gabe es doch sehr deutliche Unterschiede im Gesamteindruck.
Jede Ikone hatte etwas von dem Menschen, der sie schrieb, sichtbar in sich.

Viele Stunden in der Kirche mit den Mönchen
geben mir das, was ich auch noch benötigte...
Stille, Gesang, Herzlichkeit, Klarheit und viel Kraft

Ich bin glücklich die Tage dort gewesen zu sein und kann
einen solchen Kurs jedem empfehlen - und wichtig - nicht nur für Künstler.

Die Zeit hat meinen Horizont und Herz sehr erweitert. 
Auch wenn ich an Grenzen von mir kam, 
möchte ich sowas gerne wieder tun.

Am Ende wurden alle Ikonen die entstanden sind geweiht.



 



Maria ist inzwischen hier zuhause und wenn ich sie ansehe, 
kann ich noch nicht fassen, das sie durch meine Hände mit erschaffen wurde.
Doch wenn ich hingucke schaut sie mich an...

Kurse mit Maria Theresia von Fürstenberg:



Kommentare:

  1. Warum hängt der Jungfrauenstern am Kopf halb in der Luft????????????

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    1. Es wurde uns freigestellt wo wir die Sterne platzieren und wie groß sie sind. Mir hat's so gefallen...

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