Dienstag, 9. Oktober 2012

Santa Maria delle Grazie

Vor einem guten Jahr war ich in Mailand einen Freund besuchen.

(Es gibt dazu schon einen älteren Betrag über den Serpent von Sant Ambrogio).

Wie sich herausstellte war es Ihm sehr wichtig, das ich die Gelegenheit bekomme das Abendmahlbild von Leonard zu sehen.... Ich war gespannt. War mir doch nicht klar, das es sich in Mailand befand. Und so machten wir uns auf um es zu sehen. Eine Karte mußte einige Tage vorher bestellt werden. Da immer ausverkauft ist. Das war alles organisiert.

Doch es war dann so - anders... - die ganze Technik um das Kunstwerk hat mich eher abgeschreckt, als etwas besonderes oder anderes zu erfahren. Und dann auch noch schnell wieder aus dem Raum zu müssen, irritierte sehr. Es kamen noch Sicherheitsschleusen hinzu und viele Besucher. Also nix gut Leonardo. Wie ein Bild in einem Bunker - Hochsicherheit... nich schön.

Mein Freund erzählte mir viele kämen regelmäßig her, um bei dem Bild zu sein. Doch mich zog es nicht so an. Vielleicht hatten wir 10 Minuten Zeit es anzuschauen, für mich langet das nicht. Dann wurden alle wieder sehr bestimmt von einem alten Mütterchen das schlafend wirkte, total in sich zusammengesunken war und dann plötzlich zum Leben erwachte, wieder herausgebeten. Ich kam mir vor wie in der Geisterbahn.

Auf dem Heimweg sind wir dann noch "nur mal so" in die dazugehörige große Kirche "Santa Maria delle Grazie" gegangen. Wir hatten nicht so viel Zeit, doch ich sollte sie intensiv nutzen.

Ich landete in einem Seitenflügel und mir fiel dort auf, das es hier Besucher gab die in den Bankreihen knieten und beteten. Sie alle, die paar die da waren, schienen großen Schmerz in sich zu haben. Ganz ungewöhnlich, dieser öffentlich sichtbare Kummer. Ich war berührt. Und verharrte erst mal einen Zeit am einen Ende des Raumes.


Dieser war nicht so groß und bald sah ich ein Bild am Kopf des Raumes hängen. Noch weiter weg. Es ware eine Maria. Ich habe sie von der hintersten Reihe her angeschaut, sie war ja noch in der Ferne.

Dann mußte ich mich hinsetzten. Ich glaube ich habe mich zuvor noch für kein Marienbild dringend setzten müssen. Je länger ich so da saß und nach vorne schaute, um so deutlicher spürte ich eine unendlich starke Kraft in meinem Herzen ankommen. Wie wenn ein Schalter umgelegt wurde und ich angefunkt wurde. Es war ein punktuelles Glühen in mir.



Ich war vollkommen überrascht und ging weiter vor und setzte mich in eine der vordersten Reihen. Hier war die Resonanz noch intensiver zu spüren.





Es war vollkommen neue für mich, das ein Bild so mit mir Kontakt aufnimmt. Oder etwas nicht greifbares was mit ihm verbunden ist....


Suchend schaute ich mich in dem Raum um und sah 2 Glaskästen angefüllt mit Herzen. Jetzt verstand ich etwas... und auch die anderen Besucher.











Die Folge war dann, dieses Jahr einen Ikonographie Kurs zu besuchen. Seitdem bin ich wirklich nicht schlauer, es ist eher eine Sehnsucht nach "mehr" entstanden.

Ein Wunsch ist es wieder zurückzukommen und viel Zeit dort verbringen zu dürfen. Auch jetzt wo ich diesen Text schreibe spüre ich Leben in mir. Wie schön. Vielleicht sollte ich mir ein Foto ausdrucken und damit meditieren. Ich kann diese Maria gerade auch sehr gebrauchen...

Und wenn ich nun zurückblicke auf das letzte Jahr - kann ich mich nicht beklagen. Mein Herz wurde sehr berührt. Und wie Peter in seinen Videos so schön sagt - geht das eine nicht ohne das andere. Je tiefer der Schmerz ist um so größer die Liebe. Das ist der Preis den ich zahle.

Also wer auch mal nach Mailand kommt und die Stadt vielleicht nicht so schön findet und dem noch was fehlt und der nach "Leonardo" noch Zeit hat, sollte den nördlichen Flügel der Kirche nicht außer acht lassen. Ich könnte bei dem Bild einen ganzen Tag - nein, mehrere - verbringen.... (Die oben erwähnte Kirche Sant Ambrogio kann ich ebenso sehr empfehlen. Da ist alles einmalig, fand ich. Diese hat leider oft zu, drum im Web die Öffnungszeiten raussuchen.)

Über das Bild selber konnte ich noch nichts herausfinden. Vielleicht heißt es auch "Santa Maria delle Grazie"...

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